Leberblümchen

Leberblümchen, Hepatica nobilis (Ranunculaceae)
Das Leberblümchen ist selten geworden. Es war die Blume des Jahres 2013. Es ist streng geschützt und darf weder gepflückt noch ausgegraben werden.
Das Leberblümchen ist eine ausdauernde, krautige, wintergrüne Pflanze. Eine einzelne Pflanze kann, vorausgesetzt dass ihr Lebensumfeld nicht gestört wird, bis zu 360 Jahre alt werden. Aus einem kurzen Rhizom wächst eine grundständige Blattrosette. Die Wurzeln senken sich bis zu 30 cm tief in den Boden. Die Blätter sind dreilappig. Diese Signatur hat unsere Vorfahren darauf hingewiesen, dass die Pflanze einen Bezug zur Leber haben könnte (hepar lat. = Leber), was sich bestätigt hat. Die Blütenstände werden bis zu 15 cm hoch. Das Leberblümchen gehört zu den ersten Blüten des Frühjahrs. Es blüht im März und April, zusammen mit Märzenbechern, Küchenschellen und Veilchen. Die Blüte hat einen Durchmesser von 15 – 30 mm, die sechs bis acht Hüllblätter sind blau bis blauviolett, wobei es auch weiße Exemplare gibt. Die Blüten schließen sich nachts und bei Regen.

Das Leberblümchen wächst in den Laubwäldern der Nordhalbkugel. Es bevorzugt kalkhaltige, nährstoffreiche, sommerwarme, lehmige, steinige Böden im Halbschatten, nicht zu trocken, nicht zu feucht, wie es sie z.B. in den Buchenwäldern am Albtrauf gibt. Es mag eher kontinentales Klima, weswegen es westlich des Schwarzwalds nicht mehr vorkommt – außer im Kaiserstuhl. Es liefert keinen Nektar, aber Pollen für Bienen, Käfer und Schwebfliegen. Die Samen werden von Ameisen verbreitet.
Das Leberblümchen ist in allen Teilen leicht giftig wegen des enthaltenen Protoanemonins, das allerdings beim Trocknen zu Anemonin und ungiftig wird. Deswegen hat man die ganze blühende Pflanze, getrocknet, als Tee gegen Leber-, Gallen- und Lungenleiden verwendet, ggf. gemischt mit Schöllkraut, Löwenzahn, Benediktenkraut oder Mariendistel. Heute ist es ganz außer Gebrauch gekommen. Wer Leberblümchen im Garten hat und es versuchen möchte, möge mit dem frischen Kraut austesten, ob er nicht eine Hahnenfußallergie hat. In dem Fall bilden sich bei Berühren Bläschen auf der Haut.
Weitere Volkstümliche Namen sind z.B. Güldenklee, Haselblume, Herzfreude, Märzblume usw. Das Leberblümchen ist das Emblem der Partei Schwedendemokraten. Und Moldawien ließ ihm die Ehre einer Briefmarke zukommen (2008).