Petersilie

Im freien Feld oder im Wald gehören die Kräuter im Winter sich selbst – da finden wir jetzt nichts. Beschäftigen wir uns also heute einmal mit der Petersilie, die Du natürlich kennst. Doch weißt Du etwas über ihre Heilwirkung? Aber von vorn!

Petersilie, Petroselinum crispum, Familie der Doldenblütler/Apiaceae

Weiter Namen sind Peterli, Peterli, Petersil, Peterling, Silk, Petergrün. Der Name findet sich schon bei Dioskurides, der zur Zeit Neros in Kleinasien lebte: Petroselinon – Petroselinum – Petersilie. Er hat nichts mit irgendeinem Peter, sondern mit petros = Stein/Fels  zu tun (wobei der Name Peter freilich von diesem griechischen Wort stammt). Die Pflanze ist in Nordafrika und auch in Makedonien und Jordanien zu Hause. Im Mittelalter wurde Petersilie in europäischen Klöstern angebaut. Um Verwechselungen mit der giftigen wilden Hundspetersilie zu vermeiden, wurden die krausen Unterarten gezüchtet. Sie verwildert selten. Als Neophyt hat sie sich in Spanien, Portugal, Dänemark und Schweden niedergelassen.

Die Petersilie ist eine 2jährige krautige Pflanze mit einer rübenartig verdickten Wurzel – besonders bei der Unterart Wurzelpetersilie ist sie stark verdickt –, aus der mehrere kahle Stängel wachsen. Die Stängel sind rund bis leicht gerillt und oft röhrig. Sie werden 30 bis 90 cm hoch. Die Blätter sind je nach Kulturform glatt oder kraus, die grundständigen und unteren Stängelblätter gestielt, die oberen sitzend mit breiten, hellen Scheiden, dunkelgrün, die unteren 2- bis 3-fach gefiedert.
Die Blüten erscheinen im zweiten Jahr, als Doppeldolden, mit Hüllblättern und Hüllchenblättern, mit je 8 bis 20 Strahlen. Die Kronblätter sind grünlichgelb, rund, im Durchmesser ca. 0,6 mm. Die Früchte sind im reifen Zustand dunkelbraun mit hellen Rippen, eiförmig, 2,5-3 mm mal 1,5-2 mm groß. Die Blüten werden durch Insekten bestäubt. Die Pflanze ist leicht zu ziehen; sie bevorzugt frischen, nährstoffhaltigen Lehmboden.

Die wirksamen Inhaltsstoffe sind bei Blättern, Wurzeln und Früchten gleich, weshalb auch alle Pflanzenteile zu Heilzwecken verwendet werden: viel Vitamin C (bis zu 160 mg pro 100 g) und ätherisches Öl, dessen Komponenten bei krauser und glatter Petersilie unterschiedlich sind. Zu Heilzwecken ist die glatte Petersilie vorzuziehen, da sie mehr Apiol enthält, weshalb sie auch intensiver schmeckt.

In höherer Konzentration steigert Petersilie die Kontraktibilität der glatten Muskulatur, weshalb ein starker Absud im Mittelalter und auch später noch in der Geburtshilfe eingesetzt wurde, bei Menstruationsbeschwerden, ausbleibender Menstruation und zur Abtreibung. Schwangere sollten also besonders das Öl aus den Samen nicht benutzen. Außerdem wirkt Petersilie harntreibend, gegen Infekte der ableitenden Harnwege, gegen Nierensteine, kreislaufstärkend, blutreinigend, verdauungsfördernd und gegen Blähungen und unterstützt das Gedächtnis. Auch eine aphrodisierende Wirkung wird ihr nachgesagt. Pfarrer Kneipp und seine Nachfolger haben sie zudem gegen Wassereinlagerungen eingesetzt.

Heute wird sie leider fast nur noch als Küchengewürz verwendet. Man kann sie in der Suppe auskochen, besonders auch die Wurzel. Ansonsten sind die Blätter am besten roh.

Der Tee – bei Harnwegsinfekten zur Durchspülung – wird wie folgt zubereitet: Setze 1 TL Wurzel oder Kraut mit ¼ l kaltem Wasser an und lasse aufkochen. Lasse kurz ziehen und seihe dann ab. Trinke 2 Tassen am Tag.

Hildegard von Bingen empfahl einen Herzwein, zur Stärkung des Herzens und verbesserten Entwässerung. Koche 1 großen Bund glatte Petersilie in 1 l gutem Weißwein mit 2 EL Weinessig eine Viertelstunde lang. Füge dann 80 g Honig hinzu und lasse ihn sich auflösen. Dann seihe ab und fülle den Wein in eine Flasche. Trinke 1 bis 2 Likörgläschen pro Tag!