Der Queller

Salicornia europaea, aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Die einjährigen Sprossachsen des Quellers sind fleischig und blattlos. Die Sprossen werden, je nach Standort, wenige Zentimeter lang oder auch 20 bis 30 Zentimeter.
Queller ist eine Pionierpflanze, Erstbesiedler der Wattböden. Er gedeiht wo der tonige Boden zeitweise vom salzigen Wasser überspült wird und dann, bei Ebbe, wieder trocken fällt. Queller besteht zu 93% aus Wasser. Er enthält außerdem ( mit fallenden Anteilen) Natrium, Kalium, Magnesium, Schwefel, Kalzium, Phosphor,Eisen, Stickstoff, Zink, Mangan und Kupfer und zudem gut verwertbares Jod. Das macht ihn zu einem geschätzten und wertvollen Wildgemüse. Er schmeckt etwas würzig, pfeffrig und kann roh, blanchiert oder salzig-sauer eingelegt genossen werden. Ab Mai kann man ihn sammeln. (In der Bretagne, wo ich ihn im Mai kennengelernt habe, ist er jetzt noch sehr klein, ich habe ein paar Sprossen gepflückt und probiert – sehr lecker.)

Queller

Er wird auch Meeresspargel genannt, oder auch Glasschmalz oder Glasschmelz, weil man ihn zu Asche verbrannt der Glasschmelze zugesetzt hat, um den Schmelzpunkt zu senken. Wie erfinderisch und intuitiv unsere Vorfahren waren!
In der traditionellen Kräuterheilkunde wurde er gegen Malaria eingesetzt sowie zur Prävention und Behandlung von Skorbut. Außerdem wirkt er verdauungsfördernd, blutreinigend, allgemein stärkend, harntreibend und steinlösend.
Ein Wesen, das zwischen Land und Meer lebt …